Endspurt an Land

Die Zeit auf dem Trockenen neigte sich langsam dem Ende zu. Die letzen Tage vor dem Einwasserungstermin verbrachten wir in der Zone Technique der Le Havre-Marina. Diese ist  speziell für Schleifarbeiten und zum Streichen des Unterwassers gedacht. Das Wasser wird auf dem ganzen Areal gesammelt und gefiltert, bevor es wieder ins Meer geleitet wird. Zudem gibt es fließendes Wasser und ein WC direkt neben dem Boot, für uns sozusagen ein Luxus-Upgrade, da wir auch vor dem Einwassern auf dem Boot lebten und WC weit entfernt war. Bisher hatten wir das Wasser in 25 L Kanister rund 500 m  zum Boot geschleppt. Die Duschen waren sogar  2 km entfernt.

Folgende Arbeiten waren für die 9 Tage bis zum Einwassern geplant:

  • Vorbereiten des Unterwasserbereichs (Reinigung mit Hochdruck, Lose Stellen abkratzen, Schleifen)
  • 2 x Anstrich Primer, 1 x Anstrich Antifouling Rot, 2 x Anstrich Antifouling Schwarz
  • Testlauf Motor
  • Zierbänder am Rumpf entfernen
  • Rumpf reinigen oberhalb des Wasserpasses
  • Zwei Borddurchlässe einkleben (Echolot & Zulauf Entsalzungsanlage) und mit Ventil versehen
  • Ventile von allen Borddurchlässen testen
  • Cockpit-Tisch streichen
  • Steckschott Niedergang aus PMMA zuschneiden
  • Fenderbrett / Gangway zuschneiden
  • Gewinde an Antriebswelle entgraten & Montage der Schiffsschraube
  • Letzte Anode montieren & Schrauben mit Silikon abkleben

Wenn ichs jetzt als Liste seh, schaut das nach „eme siech voll Arbet“ aus. Auch wenn wir vorher schon viel und lange am Boot gearbeitet hatten, ist es jetzt an der Zeit noch einen Gang höher zu schalten. Entsprechend sind die Tage lang und anstrengend. Meist scheint die Sonne bis auf ein paar einzelne Regengüsse, was uns die Arbeit erleichtert. Die Stimmung auf dem Platz ist sehr familiär . So ist auch immer mal etwas Zeit übrig für ein Schwätzchen zum Fachsimpeln  oder um neue Freundschaften zu knüpfen.

Alles geschafft und wir auch. Zeit zum Einwassern!

Alles fertg - fast
Alles fertig – fast…

Nach dem Leben an Land wird es Zeit unsere Fähigkeiten und die von Emil auf dem Wasser zu überprüfen.

Im Wasser Stopfbuchse entlüftet, kontrolliert ob alles dicht ist, passt. Leinen los und kurze Probe-Schleife drehen, schauen ob alles mit dem Steuer & Motor richtig funktioniert. Erstes Anlegemanöver, danach waren wir sehr glücklich, dass alles geklappt hat und Emil schwimmt. Kurze Zeit später entdecken wir, dass zwei Ventile (alt) welche wir nicht gewechselt haben ein wenig lecken (paar Tropfen pro Minute).

Am nächsten Tag geht’s weiter  durch eine Schleuse  in den Hafen von Le Havre. Nachdem wir angelegt haben, Bilgen Kontrolle. Oh neiiinnnn ca. 30 L Wasser in der Bilge, am Morgen war doch noch alles trocken. Wo konnte das herkommen, Geschmackstest -> salzig! Schliesslich hatte Eva die zündende Idee es ist irgendwas das mit dem Motor zusammenhängt.  Nach kurzem Suchen ist die Herkunft des Wassers lokalisiert, der Auspuffschlauch beim Borddurchlass ist undicht  (Stahleinlage im Schlauch völlig korrodiert). Da meint Eva hört das denn gar nie auf? Und  Nein das war erst der Anfang :-D!

Fleckiger Emil nach dem schleifen
Fleckiger Emil nach dem Schleifen
Zierstreifen abkratzen
Zierstreifen abkratzen
Entfernen von Zierstreifen dauert länger als man denkt...
Entfernen von Zierstreifen dauert länger als man denkt…
Eva im Schlumpf Kostüm
Eva im Schlumpf Kostüm
Anstrich Primer fertig
Anstrich Primer fertig
Anstrich in Rot
Anstrich in Rot
Letzte Stellen streichen vor dem Wassern
Letzte Stellen streichen vor dem Wassern
Emil schwimmt!
Emil schwimmt!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *